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161111 stlouisAmerika steht nach den Wahlen ganz im Zeichen des Schachs. Die WM beginnt heute in New York, seit gestern läuft zudem ein "Champions Showdown" in St. Louis, dem Schachherzen der Vereinigten Staaten. Am Start sind die beiden heimischen Olympiasieger Fabiano Caruana und Hikaru Nakamura sowie die Ex-Weltmeister Vishy Anand und Veselin Topalov. Gespielt werden zunächst sechs Runden klassisches Schach, allerdings mit einer Bedenkzeit von einer Stunde pro Partie plus fünf Minuten Verzögerung (delay) pro Zug. Danach folgen sechs Runden Schnellschach und zwölf Runden Blitzschach. Der Trend geht offenbar zu kürzeren Bedenkzeiten, die Fans nehmen es dankbar an und werden mit dramatischen Partien belohnt. Zum Auftakt besiegt Topalov mit einem sehenswerten spekulativen Figurenopfer den elofavorisierten Caruana. Anand knetet in einer italienischen Partie Nakamura lange aber erfolglos. In der zweiten Runde des Tages hält Anand eine schlechtere Stellung gegen Topalov mit aktivem Spiel remis. Die Kombination des Tages lässt Caruana gegen Nakamura vom Stapel. Trotz knapper Zeit findet er die besten Züge und steht klar auf Gewinn. Doch Nakamura leistet weiter hatnäckig Widerstand und wird bei beiderseits hängenden Klappen noch mit einer Punkteteilung belohnt. Caruana staht am Ende trotz zweier Gewinnstellungen mit einem Remis da. Tabellenführer ist Topalov mit eineinhalb Punkten. Die dritte Runde beginnt heute um 20:00 Uhr MEZ, die vierte dann um 22:30 Uhr. Auf der Turnierseite gibt es die bereits gewohnte Live-Übertragung im hohen St. Louis Standard mit Yasser Seirawan und Tanja Sachdev. (wk, Foto: ChessBase)
Turnierseite mit Live-Übertragung

161103 karpov trophiyEtienne Bacrot gewinnt im Finale der Karpov Trophy gegen Edouard Romain mit 1,5:0,5. Das Turnier wurde im Beisein des 12. Weltmeisters der Schachgeschichte und Namensgebers der Veranstaltung, Anatoly Karpov, im französischen Cap D'Agde ausgetragen. In der Vorrunde spielten mit Etienne Bacrot, Romain Edouard, Anatoly Karpov und Matthieu Cornette vier Herren und mit Anna Muzychuk, Dronavalli Harika, Marie Sebag und Sabrina Vega Gutierres vier Frauen. Im Kampf der Geschlechter setzten sich die elofavorisierten Herren durch und spielten ab dem Semifinale unter sich. Im Seminifale setzte sich Bacrot gegen Cornette mit 1,5:0,5 durch während Edouard gegen Karpov mit 2:0 die Oberhand behielt. Das Finale mit den beiden Elofavoriten entscheidet Bacrot mit einem Schwarzsieg für sich. In der zweiten Finalpartie reichte ihm mit Weiß bereits ein Remis. Bacrot entscheidet sich gegen Französisch für die Abtauschvariante und hat keine Mühe die Punkteteilung zu erreichen. (wk, Foto: ChessBase)
Turnierseite

161028 RUS ch 2016Alexandra Kosteniuk und Alexander Riazantsev sind die neuen Meister Russlands. In den Superfinals der Meisterschaften ist Kosteniuk im Frauenbewerb eine Klasse für sich und siegt überlegen mit eineinhalb Punkten Vorsprung vor Natalija Pogonina. Einen halben Punkte dahinter wird Anastasia Bodnaruk Dritte. Kosteniuk stand bereits nach neun der elf Runden als Siegerin fest und musste lediglich gegen Pogonina eine Niederlage einstecken, konnte aber sieben Partien gewinnen. Die Remisquote war niedrig, wie insbesondere das Beispiel der Co-Favoritin Valentina Gunina zeigt. Sie wurde mit sechs Siegen bei fünf Niederlagen aber nur Siebente. Im Herrenbewerb ging es hingegen sehr knapp zu. Siege waren Mangelware, die Remisquote lag bei über 70%. Die ersten Vier blieben sogar ungeschlagen. Mit Inarkiev und Bocharov haben nur zwei Spieler mehr als zwei Partien verloren. Riazantsev gewinnt schließlich dank eines Schwarzerfolges in der Schlussrunde gegen Jakovenko mit sieben Punkten vor Alexander Grischuk und Evgeny Tomashevsky (beide 6,5). Peter Svidler führt mit sechs Punkte das Feld der Verfolger an. Abgeschlagener Zwölfter und Letzter wird Dmitry Bocharov. (wk, Foto: ChessBase)
Turnierseite (Russisch), Bericht bei ChessBase (Deutsch)

Die Deutsche Schachbundesliga hat dieses Wochenende mit ihren ersten beiden Runden begonnen. Im illustren Teilnehmerfeld konnten sich mit Markus Ragger, Peter Schreiner und Valentin Dragnev auch drei Österreicher für die ersten vier Runden der heimischen Bundesliga ab kommenden Donnerstag aufwärmen. Ragger spielt im Team des regierenden Meisters Solingen hinter Pentala Harkisrishna und Richard Rapport am dritte Brett. Er trägt eineinhalb Punkte zu zwei hohen Siegen gegen Berlin (5,5:3,5) und SK König Tegel (6:2) bei. Ragger zerstört am Sonntag den Stonewall von Michael Richter in einer Kurzpartie. Tags davor remisiert er gegen Aleksander Mista. Die einzige Einzelniederlage von Solingen muss Rapport gegen den in Österreich bestens bekannten GM Robert Rabiega hinnehmen. Der Steirer Peter Schreiner spielt heuer für SF Berlin 1903 und holt zwei Remisen gegen starke Großmeister. Im Duell gegen Raggers Solingen holt Schreiner gegen Jan Smeets (2600) ebenso einen halben Punkt wie tags darauf gegen Konstantin Landa (2597). Berlin muss aber auf erste Punkte warten. Valentin Dragnev steckt weiter im Dress von Bayern München. Gegen ein übermächtiges Baden-Baden verliert Dragnev gegen Etienne Bacrot (2692). Im Match gegen SG Speyer-Schwegenheim gibt es für die Schachabteilung des deutschen Fußball-Riesen mit einem 5:3 erste Punkte. Dragnev trägt mit einem Sieg gegen den Ungarn Adam Horvath (2498) entscheidend dazu bei. Viel Aufmerksamkeit erweckt der Einsatz von Ex-Weltmeister Anatoli Karpov für Hockenheim. Er gewinnt seine Partie gegen Robert Kempenski im typischen Karpov-Stil. Danach war sein Auftritt in der Bundesliga aber auch schon wieder zu Ende. (wk, Foto: Deutsche Bundesliga)
Deutsche Schachbundesliga

161011 KesslerLuca Kessler holte für Wollishofen in der Schweizer Nationalliga 5½ Punkten aus neun Partien und erzielt damit seine dritte IM-Norm nach je einer beim Open Liechtenstein 2013 und 2014. Damit bekommt er definitiv den Titel eines Internationalen Meisters zugesprochen, da er die 2400-ELO-Marke bereits übersprungen hat. Der 19-jährige Vorarlberger schrammte sogar nur knapp an einer Grossmeister-Norm vorbei. Hätte er in der Schlussrunde den 88 ELO weniger aufweisenden FM Gabriele Botta geschlagen, hätte es zu seiner ersten GM-Norm gereicht. Sein Klub Wollishofen schafft den 7. Platz unter 10 Teams und sichert damit den Klassenerhalt. Neuer Meister ist erstmals Zürich vor Winterthur und Riehen. Die Züricher haben für die Schlussrunde sogar Ex-Weltmeisterin Alexandra Kosteniuk eingeflogen. Es hat sich offenbar bezahlt gemacht. (wk, Info: Schweizer Schachbund)
Bericht beim Schweizer Schachbund

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