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171206 chessclassicDer Bann ist gebrochen. Nach drei Remisrunden und insgesamt 19 Partien in Serie hat die Chess Classic in London einen ersten Sieger. In der längsten Partie der vierten Runde überrascht Fabiano Caruana den Sergej Karjakin mit Schwarz in der Eröffnung und erhält rasch eine vielversprechende Stellung. Selbst ein Verteidigungskünstler wie Karjakin fand keine ausreichende Resourcen und musste im 42. Zug seinen König umlegen. Karjakin ist damit der Pechvogel des Turniers. Denn bereits in der Runde davor war er selbst mit Schwarz gegen Aronian knapp daran den ersten Sieg zu erzielen. In wohl gewonnener Stellung nimmt er aber bei knapper Bedenkzeit ein Remisoffert des Armeniers an. In der Pressekonferenz gab Karjakin zu den gewinnverheißenden Zug nicht gesehen zu haben. Der Schlager der Runde zwischen Maxime Vachier-Lagrave und Magnus Carlsen endete wie alle anderen Partien mit einer Punkteteilung. Der Franzose gewann zwar einen Bauern, Carlsen verstand es aber mit seinem Läuferpaar gegen das gegnerische Springerpaar die Stellung im Gleichgewicht zu halten. Die fünfte Runde beginnt heute um 16:00 Uhr MEZ.  (wk, Foto: Turnierseite)
Website Chess ClassicWebsite Grand Chess TourLive-Kommentierung 
Ergebnisse bei Chess-Results

171204 chessclassicDie Chess Classic in Londen brachten in den ersten beiden Runden am Freitag und Sonntag ausschließlich Remisen. London wartet daher weiter auf erste Sieger obwohl der Kampfgeist der Spieler stimmt. In der ersten Runde hatte Anand mit Schwarz gegen Nakamura gute Chancen die Partie zu gewinnen, der Amerikaner konnte aber Komplikationen vom Zaun brechen und die Partie retten. Carlsen erhielt in seiner ersten Partie gegen Caruanas angenommenes Damengambit eine gute Stellung und konnte später sogar einen Bauern gewinnen, zum Sieg war es zu wenig. Immerhin zeigte Carlsen Humor und führte unter Figurenopfer eine sehenswerte Remisstellung herbei. Gestern stand in einigen Partien das Brett in Flammen. Nakamura wählte gegen Vachier-Lagrave die Drachenvariante und erhielt die erwünschte messerscharfe Stellung, musste sich dann aber in ein Turmendspiel mit einem Bauern weniger retten, das er mit präzisem Spiel scheinbar mühelos halten konnte. Aktiv agiert auch Carlsen gegen Karjakins Italienisch mit frühzeitigem h6 nebst g5. Die Stellung blieb interessant aber stets im Gleichgewicht. Levon Aronian verteidigte gegen Caruana in einem d3-Spanier zum zweiten Mal im Turnier erfolgreich eine Variante, die er beim FIDE World Cup gegen Vachier-Lagrave noch verloren hatte. So kam gegen Nepomniachtchi zu Raumvorteil, wiederholte aber die Züge. Die längste Partie des Tages spielte Anand gegen Adams, wobei der Inder seinen leichten Vorteil nicht verdichten konnte. Heute kommt es zu den reizvollen Duellen zwischen Carlsen und Anand, Nakamura und So sowie Aronian und Karjakin. (wk, Foto: Turnierseite)
Website Chess ClassicWebsite Grand Chess Tour, Live-Kommentierung

Ergebnisse bei Chess-Results

171130 chessclassicDas Finale der Grand Chess Tour beginnt heute in London mit der 9. Chess Classic und wird bis 11. Dezember dauern. In der Gesamtwertung hat Magnus Carlsen die Nase vorne, kann aber von Maxime Vachier-Lagrave noch eingeholt oder sogar überholt werden. Der Franzose muss das Turnier dafür gewinnen. Zum Auftakt trifft Carlsen heute auf Caruana, Vachier-Lagrave spielt mit Schwarz gegen So. Die weiteren Paarungen lauten: Nepomniachtchi gegen Aronian, Nakamura gegen Anand und Adams gegen Karjakin. Die Live Kommentierung mit Yasser Seirawan, Jennifer Shahade, Maurice Ashley und Christian Chirila ist ab 15:00 Uhr auf Chess24 zu sehen. (wk, Foto: Turnierseite)
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171129 kingstournamentDie 10. Auflage des "Kings Tournament" bringt mit Vassiliy Ivanchuk und Anna Muzychuk zwei ukrainische Doppelsieger. Das erste Turnier 2007 in Bazna wurde als klassisches Rundenturnier mit elf Runden ausgetragen und von Alexander Khalifman gewonnen. Seither wechselten die Formate immer wieder. Heuer haben sich die Organisatoren für Turniere im Blitz- und Schnellschach in zwei Vierergruppen entschieden, eine mit Frauen und eine mit Männer. Beiden Gruppen war gemeinsam, dass die Bewerbe im Schnell- und Blitzschach identische Ergebnisse brachten. Bei den Herren gewann zweimal Vassily Ivanchuk vor Sergej Karjakin, Wei Yi und dem Lokalmatador Bogdan Deac, der knapp 200 Elopunkte weniger als seine Konkurrenten hatte. In den Frauenbewerben siegte Anna Muzyckuk jeweils mit Respektabstand vor Elisabeht Pähtz, Pia Cramling und Corina-Isabela Peptan, die wir ihre Landsmann Deac einen schweren Stand hatte. Ausgetragen wurden die Turniere zu Ehren von Elisabetha Polihroniade. Sie gewann siebenmal die rumänische Landesmeisterschaft und vertrat ihr Land bei 10 Olympiaden. Im Jänner 2016 verstarb sie im Alter von 80 Jahren. (wk, Foto: ChessBase)
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171127 GPDmitry Jakovenko und Levon Aronian teilen die Punkte für den Sieg im Grand Prix Turnier in Palma. Teimour Radjabov und Maxime-Vachier Lagrave scheitern in ihrem Kampf um die beiden noch offenen Plätze im Kandidatenturnier. Die gehen an die ersten Beiden der Grand Prix Gesamtwertung. Shakhriyar Mamedyarov gewinnt den aktuellen Zyklus, bestehen aus den vier Turnieren in Sharjah, Moskau, Genf und Palma, mit 340 Punkten vor Alexander Grischuk mit 336 Punkten. Leider gibt es noch keine offizielle Gesamtwertung, da die Professionalität des Veranstalters Agon in einigen Punkten schwächelt. Maxime Vachier-Lagrave ist nach seiner Schlussrundenniederlage in Palma nur am geteilten zehnten Platz, hätte aber zumindest einen ungeteilten zweiten benötigt. Teimour Radjabov ist zwar geteilter Dritter, das hätte reichen können. Da er die Punkte aber mit sechs weiteren "Dritten" teilen muss, kann er Grischuk nicht mehr einholen. Stark zu kritisieren ist auch das Regulativ, das frühe Remisen erlaubt. Negative Höhepunkte waren die fünfte Runde mit neun Remisen aus neun Partien und die letzte Runde mit acht Remisen. Nur Vachier-Lagrave, der "all in" gehen musst, verlor gegen Jakovenko. Zur Statistik: Die Remisquote lag bei 70%. Es gab in 73 Partien lediglich 22 Entscheidungen, 13 davon gingen an die Weiß-Spieler. Insgesamt 27 Remispartien endeten vor dem 30. Zug, 13 sogar vor dem 20. Zug. Hier gibt es handlungsbedarf für die Entscheidungsträger, denn die mangelnde Kampfeslust, Remisen bei vollem Brett versteht heute keiner mehr, sorgt natürlich auch für negatives Medienecho. Als Beispiel sei der Artikel von ChessBase "Friedensfest in Runde fünf" genommen. Das schadet dem Schachsport. Bleibt nur zu hoffen, dass die Kandidaten (Karjakin, Aronian, Ding, So, Caruana, Kramnik, Mamedyarov, Grischuk) in Berlin ihre hohe Klasse zeigen und nicht nur zugunsten der Turniertaktik andeuten. (wk, Foto: ChessBase)
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