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 altSeine jüngsten Gegner erwiesen sich für den 18jährigen Supergroßmeister aus dem niederländischen Rijswijk als die schwierigsten. Eigentlich rechnete sich Anish Giri von seinem Wiener Uhrensimultan Chancen auf ein 8:0 aus, als Aschach-Sieger Lukas Handler erkrankte und absagte. Unterm Strich resultierte ein für ihn schmeichelhaftes 6,5:1,5. Der 12jährige Grazer Bardhyl Uksini übersah in ausgeglichener Stellung einen Trick, der ihn die Dame kostete. Doch der 13jährige Neusiedler Florian Mesaros verteidigte eine laut Giri nur optisch schlechtere Stellung geschickt und erzwang mit einem hübschen Qualitätsopfer eine Zugwiederholung. Der 14jährige Grazer Martin Christian Huber begnadigte Giri quasi, als er im 37. Zug in überlegener Stellung aufgrund knapper Zeit dessen Remisgebot annahm. Zu einem stellungsgerechten Remis kam auch der Wiener Zweitligaspieler Klaus Fritsch. Der kurzfristig vom Schulschachverein Spielend Schlauer organisierte, vom ÖSB unterstützte und von Schwab in the City, Duekouba, Stiletti, Vienna Design Week und der Design Galerie ausgestatte Event im Stilwerk Wien zog zahlreiche Zuschauer an. Ergebnisse und 2 Partien siehe "Weiterlesen" (wk, Info/Text/Foto: Stefan Löffler)

Giri gewann 6,5:1,5 bzw. aus Sicht der
Österreicher sieht es so aus:

Uksini, Bardhyl (w) 0
Mesaros, Florian (s) remis
Huber, Martin Christian (w) remis
Hapala, Lisa (s) 0
Fritsch, Klaus (w) remis
Ebert, Christian (s) 0
Danner, Lambert (w) 0
Spalt, Bernhard (s) 0

Stilwerk Wien
Veranstalter: Spielend Schlauer Schachkurse / Stefan Löffler

(2) Huber,Martin Christian - Giri,Anish [D85]
Uhrensimultan Stilwerk Wien, 04.01.2013

1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 d5 4.cxd5 Sxd5 5.e4 Sxc3 6.bxc3 Lg7 7.Le3 c5 8.Tc1 Da5 9.Dd2 0-0 10.Sf3 Td8 11.d5 e6 12.Lg5 Td6 13.Lf4 Td8 14.Lg5 Td6 15.Lf4 Td8 16.Lg5 [16.d6 ist ehrgeizig aber auch sehr verpflichtend 16...Sd7 17.h4 Da4] 16...f6 Der Zugwiederholung wäre er beispielsweise auch gegen einen 2650er ausgewichen - im Vertrauen, dass Schwarz okay ist und in Unkenntnis eines Beitrags im aktuellsten "Chess Evolution". 17.Le3 Sc6 18.Ld3 b6 [18...exd5? 19.exd5 Txd5 20.Lc4] 19.0-0 La6 20.Le2 lobte Giri s sehr stark, bevor er erfuhr, dass sein Gegner noch bis zum 23. Zug seiner Vorbereitung (aus Chess Evolution) folgte. [20.Lxa6 Dxa6 21.c4 Sb4 und Schwarz gewinnt einen Bauern.] 20...Da4 21.c4 Sa5 22.Dd3! [Giri erwartete vielmehr 22.Dc2 Dxc2 23.Txc2 Te8 und hielt diese Stellung für etwa ausgeglichen aber leichter spielbar für Schwarz.] 22...Dxa2 23.Sd2 Da4 [23...f5 24.Lg5 Td7 25.Dh3] 24.Tfe1 Hier habe er begonnen, schwach zu spielen und einem falschen Plan zu folgen, während Huber weiterhin gute Züge machte. 24...De8 25.Dc2 exd5 [25...e5 26.f4; 25...Lb7] 26.exd5 [natürlich nicht 26.cxd5 Lxe2 27.Txe2 c4] 26...Df7 27.Lf3 Lc8 [27...Lb7 28.Lf4 Te8 29.Se4] 28.Lf4 Lf8 29.Db2 Ld7 30.Se4 Lg7 31.Da3 g5 [31...Sb7 32.d6 (32.Lc7 Te8 33.d6) 32...Lc6 33.Sxf6+ Dxf6 34.Lxc6 Dxf4 35.Lxb7 Tab8 36.Dxa7 gefiel Giri nicht, aber wäre wohl das geringere Übel gewesen] 32.Lc7 Te8 33.Sd6 Txe1+ 34.Txe1 Dg6 35.g4! Diesen starken und sehr reifen Zug hatte Giri nicht auf der Rechnung und begriff erst hier, wie schlecht er stand. [35.Te7 Db1+] 35...Lf8 36.Dc3 Dh6 [Schwarz könne praktisch nur noch mit der Dame zwischen g6 und h6 pendeln, ohne Schaden anzurichten. Sein Glück sei, dass Weiß keinen offensichtlichen Gewinn habe. 36...Dg7 37.Se4 Kh8 38.Sxf6; 36...f5 37.Sxf5 Lxf5 38.gxf5 Dxf5 39.d6] 37.Kg2 Dg6 [37...Dg6 Hier bot Giri remis. Mit unter zwei Minuten, ohne offensichtlichen Gewinn und aus Respekt vor dem starken Gegner nahm Huber den Spatz in der Hand. Die übrigen Züge sind schon, wie es hätte weitergehen können. ) 38.h3 (38.Le4 Dg7) 38...Dh6 39.Te2 (39.Le4 Lxd6 40.Lxd6 f5) 39...Dg6] 1/2-1/2

(3) Giri,Anish - Mesaros,Florian [B90]
Uhrensimultan Stilwerk Wien, 04.01.2013

Auf 1.e4 hatte sich Florian nicht vorbereitet. Er war sicher, dass Giri gegen ihn 1.d4 oder 1.Sf3 eröffnet. 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Le3 e5 7.Sf3 Le6 [gilt als ungenau, stärker ist 7...Le7] 8.Sg5 Lg4 9.Le2 [Es sieht korrekt aus, den guten Läufer von Schwarz zu tauschen. Vorteil verspricht laut Giri aber eher 9.f3 Lh5 10.Lc4 h6 11.Sh3] 9...Lxe2 10.Dxe2 Le7 11.0-0 0-0 12.a4 Sbd7 13.Tfd1 Tc8 14.h3 h6 15.Sf3 Dc7 16.a5 Dc4 Der weiße Vorteil sei allenfalls optisch, so Giri. In Wahrheit sei die Stellung praktisch ausgeglichen, und sein junger Gegner habe sie nahezu tadellos verteidigt. 17.Dd3 Tfd8 18.Ta4 Dxd3 19.Txd3 Sc5 20.Lxc5 Txc5 21.Sd2 Tdc8 22.Kf1 Kf8 23.g3 Ke8 24.Ke2 Lf8? [Der Läuferzug ist überflüssig, zumal er nun nicht mehr nach d8 kann. Besser sofort 24...Kd7] 25.Sf1 Ke7 26.Se3 Ke6 27.f4 g6 28.Kf3 h5 29.Tb4 [Giri verwarf 29.f5+ wegen 29...gxf5 30.exf5+ Kd7 31.Sed5 e4+ und übersah, dass er mit 32.Txe4 Sxe4 33.Sxe4 die Qualität zurückgewinnt und im Vorteil ist. 33...Txc2 34.Sb6+ Kc7 35.Sxc8 Kxc8 36.b3] 29...T8c7 30.f5+ gxf5 31.exf5+ Kd7 32.Se4? [Damit verpasst Giri seine letzte Chance auf Vorteil. Den versprach 32.Sed5 e4+ 33.Txe4 Sxe4 34.Sxe4 Txc2 (34...Txa5!?) 35.Sef6+ usw.] 32...Sxe4 33.Kxe4 Lh6 Das Problem von Weiß ist, dass sich 34.Sd5? wegen 34...Tc4+ 35. Txc4 Txc4+ 36.Kf3 e4+ verbietet. 34.Tb6 Tc4+ [Mit 34...T5c6 konnte Mesaros nun bereits um Vorteil kämpfen, z.B. 35.Txc6 Txc6 36.c3 Lxe3 aber es ist verständlich, dass er nach langer Verteidigung gerne eine Zugwiederholung erzwingt.] 35.Sxc4 Txc4+ 36.Kd5 [36.Kf3?? e4+] 36...Tc5+ 37.Ke4 Tc4+ 38.Kd5 1/2-1/2

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