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Neues Schachprojekt aus Österreich: Chessivity

Chessivity ist ein neues digitales Schachprojekt aus Österreich und eben online gegangen. Entwickelt wurde die Plattform von GM Valentin Dragnev, FM Johannes Steindl und Paul Höller. Sie richtet sich an Schachspielerinnen und Schachspieler aller Spielstärken und verbindet Erfahrungen aus dem Turnier-, Vereins- und Onlineschach mit den Möglichkeiten einer modernen digitalen Plattform.

Chessivity versteht sich als soziale Plattform für die Schach-Community. Nutzerinnen und Nutzer können Beiträge veröffentlichen, anderen Spielerinnen und Spielern folgen, sich austauschen und eigene Schachaktivitäten dokumentieren. Dadurch sollen auch jene Aspekte des Schachlebens sichtbarer werden, die abseits klassischer Turnierberichte stattfinden.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Verbindung von sozialem Austausch und persönlicher schachlicher Entwicklung. Trainingsaktivitäten, Online-Partien oder gelöste Aufgaben können festgehalten und auf Wunsch mit anderen geteilt werden. Die Plattform ist kostenlos nutzbar und unter www.chessivity.com erreichbar.

Das Projekt befindet sich derzeit noch in einer frühen Entwicklungsphase. Rückmeldungen aus der Schach-Community werden aktiv in die weitere Gestaltung und Weiterentwicklung der Plattform einfließen. (wk)

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Schach in der Oper - Vincent Keymer gegen die österreichischen Supertalente in der Wiener Staatsoper

Eine außergewöhnliche Verbindung von Schach und Hochkultur bot die Veranstaltung „Schach in der Oper“ in der Wiener Staatsoper am 12. Juni. Deutschlands Superstar GM Vincent Keymer stellte sich dabei in einem Uhrensimultan den österreichischen Supertalenten IM Lukas Dotzer, FM Peter Balint, IM Laurenz Borrmann und FM Robert Ernst.

Als Austragungsort diente der beeindruckende Teesalon der Wiener Staatsoper. Der original erhaltene und prachtvoll ausgestattete Raum im Herzen des Hauses war einst als „Hoffestlogensalon“ dem Kaiser vorbehalten und wird heute nur für besondere Anlässe wie Ehrungen, Empfänge und Feierlichkeiten genutzt. Nun wurde er zur Bühne für ein besonderes Schachevent: Für Vincent Keymer, der seit 2025 in Wien lebt, hatte die Veranstaltung auch eine persönliche Note: „Ich komme ja aus einer Musikerfamilie, war als Kind oft im Theater und in der Oper. Deshalb ist das etwas Schönes und die Wiener Oper nochmal ganz besonders“, erklärte Deutschlands Nummer eins im Interview, welches man bei "Die Presse" nachlesen kann. Heute Montag wird Vincent die Oper zum ersten Mal als Zuseher besuchen, am Programm steht Mozarts „Così fan tutte“.

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Vincent Keymer (Foto: Andreas Tischler)

Zu den geladenen Gästen zählten unter anderem der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Österreich, Vito Cecere, Dominik Mayr, Vizepräsident des Österreichischen Schachfördervereins und Managing Director von Freedom24 Austria/Germany/Switzerland, sowie Bulat Latypov, Head of Communications von Freedom24 Europa. Neben zahlreichen Pressevertretern nahmen u.a. ÖSB-Vizepräsident Christian Fleischhacker, die Kommissionsvorsitzenden Selina Jeitler, Sara Marinovic und Johanna Seiser, Generalsekretärin Sandra Schmidt, sowie die Bundestrainer Gert Schnider und Martin Huber teil.

Bereits vor dem Uhrensimultan sorgten vier Blitzpartien für Unterhaltung. U.a. traten Standard- und Schach-Aktiv-Kolumnist Anatol Vitouch, selbst ein starker FIDE-Meister, sowie ÖSB-Frauenreferentin Sara Marinovic gegen Vincent Keymer an. Als Handicap erhielt der deutsche Großmeister lediglich drei Minuten Bedenkzeit, während seinen Gegnern jeweils fünf Minuten zur Verfügung standen. Der deutsche Super-Großmeister setzte sich natürlich in allen Partien souverän durch.

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Anatol Vitouch in einer Blitzpartie gegen Vincent Keymer (Foto: Andreas Tischler)

Anschließend eröffnete der deutsche Botschafter, S.E. Vito Cecere, das Uhrensimultan. Vincent Keymer erhielt für die Partien jeweils 45 Minuten plus 30 Sekunden Inkrement pro Zug, während seinen vier Gegnern jeweils 45 Minuten plus 10 Sekunden Inkrement pro Zug zur Verfügung standen. Mit den weißen Steinen begann Keymer an allen vier Brettern und verschaffte sich bereits in der Eröffnung einen spürbaren Zeitvorteil. Während die Gäste zunächst bei angeregten Gesprächen die besondere Atmosphäre des Salons genossen, rückten die Bretter im Verlauf des Wettkampfs immer stärker in den Mittelpunkt. Mit zunehmender Spannung wurde es im Raum merklich ruhiger, ehe die Partien in die entscheidende Phase eintraten.

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S.E. Vito Cecere eröffnete das Simlutan (Foto: Andreas Tischler)

Den ersten Punkt sicherte sich Keymer gegen Laurenz Borrmann, kurz darauf musste auch Lukas Dotzer seine Partie aufgeben. Damit führte der deutsche Großmeister bereits mit 2:0. An den beiden verbleibenden Brettern war allerdings Team Österreich im Vorteil. Robert Ernst hatte sich bereits eine vielversprechende Stellung erarbeitet, als Keymer Remis anbot und darauf hinwies, dass offenbar eine dreifache Stellungswiederholung entstehen würde. Robert Ernst entschied sich, die Partie fortzusetzen und Keymer spielte weiter, ohne die Stellungswiederholung definitiv zu reklamieren.

Am Ende gelang sowohl Robert Ernst als auch Peter Balint ein voller Punktgewinn, womit das Uhrensimultan mit einem durchaus diplomatischen 2:2-Unentschieden endete. Die anschließende Analyse bestätigte, dass die von Vincent Keymer angesprochene dreifache Stellungswiederholung tatsächlich auf dem Brett stand und Vincent das Simultan mit diesem Remis für sich entschieden hätte. Dieses „kniffelige“ Endergebnis regt natürlich eine Revanche an ;-))

Besonderer Dank gilt an dieser Stelle Vincent Keymer, ein Uhrensimultan mit so knapper Bedenkzeit gegen vier Nachwuchsspieler, die selbst schon fast Großmeisterniveau haben, ist keine Kleinigkeit, insbesondere wenn man bedenkt, dass Vincent gerade erst das Super GM - Turnier in Norwegen hinter sich hat. Der deutsche Superstar ist als 21-jähriger nicht nur an der absoluten Weltspitze angelangt, er macht insgesamt einen enorm reifen Eindruck und betreibt unseren Sport mit einer bemerkenswerten Professionalität, immerhin hat er vor und nach dem Simultan auch noch vier (!) ausführliche Interviews gegeben!

Mit diesem Event konnte Organisator und ÖSB-Präsident Stöttinger seine beiden größten Leidenschaften Schach und Oper erstmals miteinander verbinden und deutete sehr glücklich bereits eine Fortsetzung an.
Und auch medial war die Veranstaltung ein voller Erfolg: Obwohl der Start der Fußball-WM die Sportredaktionen natürlich maximal in Anspruch nimmt, haben Der Standard, Die Presse, der Kurier und die Krone die Veranstaltung besucht und österreichweit berichtet! Vielen Dank an Freedom24, alle unsere Partner und Helfer, besonders aber an die Wiener Staatsoper für die freundliche Unterstützung und die professionelle Betreuung! (ssc, ms, Fotos: Andreas Tischler)

Weiterführende Links:

DER STANDARD

Die Presse

Die Krone

CSA Förderpreis 2026 (7.000 €): Schach verbindet

Die ChessSports Association fördert in Kooperation mit Dr. phil. Harald Zaun soziale Schachprojekte mit 7000 Euro. Unter dem Motto „Schach verbindet“ können Initiativen bis zu 2400 Euro Unterstützung erhalten. Bis zu fünf Preise werden kurz vor Weihnachten 2026 vergeben. Schach verbindet alle Altersgruppen, alle Gesellschaftsschichten, alle Kulturen. In einer Zeit, in der die Gesellschaft immer weiter auseinanderdriftet, kann Schach den Zusammenhalt stärken. Wenn Du oder Dein Verein ein Projekt leitet oder betreut, das der Gesellschaft wertvolle Impulse schenkt, lass es uns wissen und bewirb Dich für unseren Förderpreis 2026. Reiche Dein Projekt mit einer Projektbeschreibung, mit Bildern, mit Videos etc. ein. Dein Projekt sollte gerade in der Durchführung sein oder 2026 abgeschlossen worden sein. Die fünf besten Projekte werden von unserer international besetzten Jury ausgewählt. Alle eingereichten Projekte werden auf unserer Homepage und unseren Social-Media-Kanälen vorgestellt. Mit der Einreichung erklärst Du Dich damit einverstanden und erteilst uns die Rechte für Deine eingereichten Medien und Bilder. Projekteinreichungen bis 20. November 2026 per Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Die Vorstellung der Preisträger erfolgt am 15. Dezember 2026 im Rahmen der ChessSports-Akademie. (ssc, Text: Harald Schneider-Zinner)

Die Jury ist prominent und international besetzt:20260507
• Dr. Anita Stangl (Deutschland)
• Annette Waaijenberg (Schweiz)
• Suzan Miran (Österreich)
• Gerhard Bertagnolli (Italien)
• Renato Frick (Liechtenstein)

Ausschreibung

 

GM David Navara vs GM Felix Blohberger

Der österreichische Großmeister Felix Blohberger trifft in einem hochkarätigen Match auf den tschechischen Spitzenspieler GM David Navara. Gespielt werden 6 Runden vom 8.-13. Juni (immer um 15 Uhr) mit einer Bedenkzeit von 90 Min. für 40 Züge + 30 Minuten für den Rest der Partie und einem Inkrement vom 30 Sek. ab dem ersten Zug. David Navara zählt seit vielen Jahren zur europäischen Schachelite und kann auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken: Seit 2002 vertrat er sein Land bei sämtlichen neun Schacholympiaden und spielte dabei siebenmal am Spitzenbrett. Darüber hinaus sicherte sich Navara bereits 14-mal den Titel des tschechischen Staatsmeisters.

Schachfans können das Match live mitverfolgen. Auf dem Twitch- und YouTube-Kanal von Felix Blohberger wird täglich eine Live-Kommentierung angeboten. Für die fachkundige Analyse sorgt GM Aleksandar Colovic mit wechselnden Gästen wie GM Markus Ragger, GM Simon Williams, IM Kostya Kavutskiy sowie WGM Jennifer Shahade.

Dieses Match wurde von Felix Blohberger organisiert und für ihn steht dabei  in erster Linie nicht das Ergebnis im Vordergrund, sondern der sportliche und schachliche Fortschritt:

„Die Idee des Matches ist es, dass ich so viel wie möglich lernen kann und es mir dabei hilft, mein Ziel von 2600 Elo zu erreichen. Navara ist ein fantastischer Spieler mit sehr viel Erfahrung und daher genau der richtige Gegner, um aus den Partien möglichst viel mitzunehmen. Unabhängig davon, wie das Match ausgeht, wird es eine tolle Lernerfahrung für mich sein. Außerdem möchte ich mich beim Österreichischen Schachbund für die Bereitstellung des Spiellokals sowie der Schiedsrichter bedanken.“

Mit David Navara wartet auf Blohberger somit ein äußerst anspruchsvoller Prüfstein, der wertvolle Erkenntnisse auf dem Weg zu seinen weiteren sportlichen Zielen liefern soll. (ssc)

Alle Ergebnisse: chess-results.com

Live-Partien:

ChessBase

Lichess

chess.com

Internationales Forschungsprojekt zur Entwicklung von Schachexpertise, Teilnehmer gesucht

Die Universität Graz führt gemeinsam mit der Northumbria University (GB) und der University of Sheffield (GB) ein internationales Forschungsprojekt durch.

Ziel dieses Projekts ist es, neue Einsichten zu jenen Faktoren zu gewinnen, die für eine erfolgreiche Schachkarriere förderlich sind. Wir betrachten hierbei nicht nur kognitive Fähigkeiten (wie z.B. räumliches Vorstellungsvermögen), sondern auch emotionale Kompetenzen, Motivation, Persönlichkeit und verschiedene Trainingstätigkeiten.

In diesem Projekt laden wir alle interessierten Klub- bzw. Turnier-Schachspieler/innen zu einer Online-Umfrage ein, die ca. 35 bis 45 Minuten Zeit in Anspruch nimmt und in verschiedenen Sprachen zur Verfügung steht.

Alle Teilnehmer/innen erhalten auf Wunsch ein individuelles Feedback zu ihren Ergebnissen im Vergleich mit anderen internationalen Schachspieler/innen.

Für weitere Informationen zum Projekt und Link zur Teilnahme an der Online-Umfrage:
Deutsch: https://chess-study.uni-graz.at/de/
Englisch: https://chess-study.uni-graz.at/en/