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Blog WM - EM

181120 wm r8In der gestrigen achten Partie der WM in London wackelt Weltmeister Magnus Carlsen gewaltig. Fabiano Caruana wählt erstmals den offenen Sizilianer und erreicht in einer Nebenvariante der Sweschnikow Verteidigung großen Vorteil. Allerdings verpasst der Amerikaner im entscheidenden Moment die nachhaltigsten Fortsetzungen, spielt einen unnötigen Sicherungszug und gibt Carlsen damit die Chance seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Dem Norweger bleibt damit der psychologische Schlag erspart, wie zuletzt bei der WM 2016 in New York gegen Sergej Karjakin, in der achten Partie in Rückstand zu geraten. Die Partie landet noch in einem Endspiel mit Türmen und ungleichen Läufern, wonach Caruana bald Remis anbietet und Carlsen annimmt. Heute ist in London Ruhetag, die neunte Runde folgt am Mittwoch ab 16:00 Uhr MEZ. Man darf gespannt sein ob Carlsen mit Weiß zurückschlagen kann. (wk, Foto: World Chess)
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Videokommentare: Markus RaggerDaniel King
DerStandard: Bericht 8. Runde

181119 wm r7Die zweite Hälfte der WM in London beginnt Magnus Carlsen mit einem Zug des Damenbauern. Es kommt jene Variante des orthodoxen Damengambits mit Läufer f4 aufs Brett, die schon in der ersten Weißpartie des Weltmeisters gespielt wurde. Carlsen weicht mit einem Springerzug als erster ab, wird dann aber von einem Damenrückzug Caruanas offenbar überrascht. Alexander Grischuk bringt es in einer Live-Kommentierung mit "another childish opening from Magnus" auf den Punkt. Fakt ist, Vorteil gibt es für Weiß auch diesmal keinen. Beim Übergang ins Endspiel scheint es noch einmal spannend zu werden, Carlsen erhält einen dominanten Springer auf d6. Der tut aber nicht viel, Caruana behält alles unter Kontrolle und das siebente Remis wird vereinbart. Es scheint als würden sich die Kontrahenten gegenseitig belauern. Der Respekt voreinander ist groß, keiner will unnötig einen Verlust riskieren. Die Schachfans müssen sich damit trösten das Match in seiner Gesamtheit zu sehen und warten ob die kleinen Schläge doch noch große Wirkung zeigen. (wk, Foto: World Chess)
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DerStandard: Bericht 7. Runde

181117 wm r6Die sechste Runde der WM beginnt langweilig, endet aber dramatisch. Carlsen eröffnet erstmals mit 1.e4, seiner eigentlichen Hauptwaffe. Caruana erwidert mit Russisch, das als solide gilt und von ihm in jüngerer Vergangenheit sehr erfolgreich eingesetzt wurde, unter anderem im Kandidatenturnier in Berlin. Das Team von Carlsen konnte aber keine Eröffnungsbombe zünden, der Weltmeister wählt ein Nebenabspiel, tauscht früh die Damen und zieht seinen Königsspringer in den ersten neun Zügen gleich sieben Mal. Da aber auch Caruana überwiegen mit seinen Rössln durch die Gegen hupft bleiben diese Eröffnungssünden ohne Folgen. Es ensteht ein damenloses Mittelspiel mit symetrischer Bauernstellung. Ein Remis scheint die logische Folge. Aber dann bricht Caruana die Symetrie und öffnet die Stellung. Carlsen findet sich mit dieser Situation nicht zurecht, macht ein paar ungenaue Züge und steht schlechter. Mit dem Rücken zur Wand opfer er eine Figur für drei Bauern, übersieht aber, dass er einen davon wieder verliert. Es gelingt ihm jedoch eine Festung zu bauen und eine scheinbar verlorene Stellung ins Remis zu retten. In der Pressekonferenz werden die Spieler von einem Journalisten überrascht, der auf die Analyse eines Computers verweist, der an einer Stelle ein Matt in 36 Zügen angekündigt hatte. Beide Spieler scheinen geschockt. Niemand kann vor Ort die Idee sofort verstehen. Markus Ragger geht in seiner Kommentierung auf diese Stellung ein, verweist aber darauf, dass es für einen Menschen nahezu unmöglich ist in einer praktischen Partie so eine Zugfolge zu finden. Nach dieser dramatischen Partie steht es zur Halbzeit nach sechs Remisen 3:3. Objektiv gesehen, hätte Carlsen die erste gewinnen müssen und Caruana in der sechsten. Der Zwischenstand entspricht somit dem Spielverlauf. Allerdings überrascht, wie wenig Druck die beiden mit Weiß aufbauen können. Ein Journalist scherzte sogar: "Schwarz ist das neue Weiß". Heute ist in London ein Ruhetag, morgen wird Carlsen nach einem Farbwechsel erneut die Partie eröffnen. Beginn ist wie üblich um 16:00 MEZ. (wk, Foto: World Chess)
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DerStandard: Bericht 6. Runde

181118 frauen wmWeltmeisterin Wenjun Ju und Kateryna Lagno qualifizieren sich mit Siegen gegen Alexandra Kosteniuk und Mariya Muzychuk für das Finale der Frauen WM in Khanty-Mansiysk. Ju gewinnt gegen Kosteniuk nach einem groben Fehler ihrer Gegnerin bereits die ersten Partie mit Schwarz, steht dann auch in der zweiten rasch besser, lässt aber die Russin ins Remis entkommen. Am Aufstieg in das Finale ändert das für Ju aber nichts mehr. Das Match zwischen Kateryna Lagno und Mariya Muzychuk muss nach zwei Remisen ins Tie-Break. Hier verliert Muzychuk ein Endspiel mit ungleichen Läufern, das eigentlich zu halten war, und kann dann in der zweiten Schnellschachpartie nicht mehr nachsetzen. Sie spielt "all in" und gerät in einen vernichtenden Königsangriff, nachdem alle ihre Figuren auf der anderen Brettseite waren. Lagno ist mit dem Gesamtscore von 3:1 weiter. Das Finale wird auf vier Partien gespielt. Die erste Partie folgt nach einem Ruhetag am Montag um 11:00 MEZ. (wk, Foto: FIDE)
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181116 wm r5Die fünfte Runde der Schach WM in London bringt das fünfte Remis. Die Partie ist mit 34 Zügen eher kurz, der Weg zum Remis war aber für beide Spieler steinig. Es kam zu einem heftigen Schlagabtausch. Caruana blieb seiner Eröffnungswahl aus den Runden eins und drei treu, wählte dann aber im sechsten Zug mit b4 ein Bauernopfer, kann Carlsen aber damit nicht ernsthaft überraschen. Der Weltmeister gibt rasch den Bauern zurück, opfert kurfristig noch zwei drauf um rasch seine Entwicklung abzuschließen. Einen Bauern gewinnt Carlsen forciert zurück und für den zweiten erhält er gute Kompensation. Peter Svidler und Alexander Grischuk waren sich als Kommentatoren einig, dass sie lieber die schwarze Stellung spielen würden. Allerdings hat Caruana keinen groben Fehler begangen und mit ein paar genauen Zügen alles unter Kontrolle. Nach einem Generalabtausch mündet die Stellung in einem Endspiel, das keiner gewinnen kann. Der Remisschluss ist die logische Folge. In der Pressekonferenz hat Carlsen dann die Lacher auf seiner Seite. Befragt nach ihren Vorbildern aus der Vergangenheit antwortet Caruana mit Fischer, während Carlsen nach kurzem Zögern launisch meint: "Mein Vorbild bin ich wohl selber, so vor drei, vier Jahren...". Das Match geht nun mit zwei Weißpartien für den Weltmeister weiter, da es zur Halbzeit einen Farbwechsel gibt. Die sechste Runde folgt heute um 16:00 MEZ, die siebente am Sonntag. (wk, Logo: FIDE)
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Videokommentare: Markus RaggerDaniel King
DerStandard: Bericht 5. Runde

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