German English Russian Spanish

Fotogalerie

Blog WM - EM

181117 wm r6Die sechste Runde der WM beginnt langweilig, endet aber dramatisch. Carlsen eröffnet erstmals mit 1.e4, seiner eigentlichen Hauptwaffe. Caruana erwidert mit Russisch, das als solide gilt und von ihm in jüngerer Vergangenheit sehr erfolgreich eingesetzt wurde, unter anderem im Kandidatenturnier in Berlin. Das Team von Carlsen konnte aber keine Eröffnungsbombe zünden, der Weltmeister wählt ein Nebenabspiel, tauscht früh die Damen und zieht seinen Königsspringer in den ersten neun Zügen gleich sieben Mal. Da aber auch Caruana überwiegen mit seinen Rössln durch die Gegen hupft bleiben diese Eröffnungssünden ohne Folgen. Es ensteht ein damenloses Mittelspiel mit symetrischer Bauernstellung. Ein Remis scheint die logische Folge. Aber dann bricht Caruana die Symetrie und öffnet die Stellung. Carlsen findet sich mit dieser Situation nicht zurecht, macht ein paar ungenaue Züge und steht schlechter. Mit dem Rücken zur Wand opfer er eine Figur für drei Bauern, übersieht aber, dass er einen davon wieder verliert. Es gelingt ihm jedoch eine Festung zu bauen und eine scheinbar verlorene Stellung ins Remis zu retten. In der Pressekonferenz werden die Spieler von einem Journalisten überrascht, der auf die Analyse eines Computers verweist, der an einer Stelle ein Matt in 36 Zügen angekündigt hatte. Beide Spieler scheinen geschockt. Niemand kann vor Ort die Idee sofort verstehen. Markus Ragger geht in seiner Kommentierung auf diese Stellung ein, verweist aber darauf, dass es für einen Menschen nahezu unmöglich ist in einer praktischen Partie so eine Zugfolge zu finden. Nach dieser dramatischen Partie steht es zur Halbzeit nach sechs Remisen 3:3. Objektiv gesehen, hätte Carlsen die erste gewinnen müssen und Caruana in der sechsten. Der Zwischenstand entspricht somit dem Spielverlauf. Allerdings überrascht, wie wenig Druck die beiden mit Weiß aufbauen können. Ein Journalist scherzte sogar: "Schwarz ist das neue Weiß". Heute ist in London ein Ruhetag, morgen wird Carlsen nach einem Farbwechsel erneut die Partie eröffnen. Beginn ist wie üblich um 16:00 MEZ. (wk, Foto: World Chess)
Offizielle WebsiteRegulativFIDE
Videokommentare: Markus RaggerDaniel King
DerStandard: Bericht 6. Runde

181116 wm r5Die fünfte Runde der Schach WM in London bringt das fünfte Remis. Die Partie ist mit 34 Zügen eher kurz, der Weg zum Remis war aber für beide Spieler steinig. Es kam zu einem heftigen Schlagabtausch. Caruana blieb seiner Eröffnungswahl aus den Runden eins und drei treu, wählte dann aber im sechsten Zug mit b4 ein Bauernopfer, kann Carlsen aber damit nicht ernsthaft überraschen. Der Weltmeister gibt rasch den Bauern zurück, opfert kurfristig noch zwei drauf um rasch seine Entwicklung abzuschließen. Einen Bauern gewinnt Carlsen forciert zurück und für den zweiten erhält er gute Kompensation. Peter Svidler und Alexander Grischuk waren sich als Kommentatoren einig, dass sie lieber die schwarze Stellung spielen würden. Allerdings hat Caruana keinen groben Fehler begangen und mit ein paar genauen Zügen alles unter Kontrolle. Nach einem Generalabtausch mündet die Stellung in einem Endspiel, das keiner gewinnen kann. Der Remisschluss ist die logische Folge. In der Pressekonferenz hat Carlsen dann die Lacher auf seiner Seite. Befragt nach ihren Vorbildern aus der Vergangenheit antwortet Caruana mit Fischer, während Carlsen nach kurzem Zögern launisch meint: "Mein Vorbild bin ich wohl selber, so vor drei, vier Jahren...". Das Match geht nun mit zwei Weißpartien für den Weltmeister weiter, da es zur Halbzeit einen Farbwechsel gibt. Die sechste Runde folgt heute um 16:00 MEZ, die siebente am Sonntag. (wk, Logo: FIDE)
Offizielle WebsiteRegulativFIDE
Videokommentare: Markus RaggerDaniel King
DerStandard: Bericht 5. Runde

181114 wm r4Weltmeister Magnus Carslen begann die vierte Partie der WM mit 1.c2-c4, der englischen Eröffnung. Vielleicht eine kleine Reminiszenz an das Gastgeberland. Analog könnte das London-System auch noch aufs Brett kommen. Wie auch immer. Caruana zeigt sich wenig überrascht und wählt mit 1.- e5 die prinzipiellste Antwort. Seine Züge in der Eröffnung macht der Amerikaner erneut ohne großes Nachdenken und demonstriert seine gute Vorbereitung. Carlsen weicht im 11. Zug von einer Vorgängerpartie Caruanas ab, aber auch an dieser Stelle antwortet der Herausforderer a tempo. Nach 20 Zügen ist die Stellung völlig ausgeglichen und bereits im 34. Zug schütteln sich die Kontrahenten die Hände als Zeichen des Friedensschlusses. Das Match steht nach dieser vierten Punkteteilung 2:2. Die fünfte Partie folgt nach einem Ruhetag am Donnerstag um 16:00 MEZ. (wk, Logo: FIDE)
Offizielle WebsiteRegulativFIDE
Videokommentare: Markus RaggerDaniel King
DerStandard: Bericht 4. Runde

181115 frauen wmDie FIDE Frauen WM geht in ihre entscheidende Phase. Wenjun Ju und Katherina Lagno erreichen bereits nach den zwei Partien im Standardschach das Semifinale. Ju gewinnt gegen Gulrukhbegim Tokhirjonova sicher mit 1,5:0,5. Lagno schaltet Tingjie Lei, sie gewann die WM 2017, klar mit 2:0 aus. Die anderen beiden Begegnungen mussten ins Tie-Break. Hier setzt sich Alexandra Kosteniuk mit 1,5:0,5 gegen Anna Muzychuk durch und ist mit dem Gesamtscore von 2,5:1,5 weiter. Spannend verläuft das Match zwischen Mariya Muzychuk und Zhansaya Abdumalik. Die ersten sechs Partien enden jeweils mit Schwarzsiegen. Erst in den Blitzpartien wird der Bann gebrochen und Muzychuk setzt sich mit 4,5:3,5 durch. Im Semifinale spielen ab heute 11:00 MEZ Ju gegen Kosteniuk und Muzychuk gegen Lagno. Diese vier Spielerinnen haben sich zudem für das neu geschaffene Kandidatenturnier der Frauen im kommenden WM-Zyklus qualifiziert. (wk, Foto: FIDE)
Offizielle WebsiteFIDE

181113 wm r3Fabiano Caruana eröffnet auch seine zweite Weißpartie der Weltmeisterschaft in London mit dem Königsbauern. Beide Spieler wiederholen die sizilianische Rossolimo Variante der Auftaktpartie, aber Caruana weicht im sechsten Zug ab, worauf auch Carlsen ein anderes Konzept, diesmal mit kurzer Rochade, wählt. Beide Spieler sind sich in der Pressekonferenz einig, dass erstmals in diesem Match Weiß ein wenig Vorteil herausgeholt hat. Allerdings kann Caruana daraus wenig machen und schon bald hat Carlsen etwas Raumvorteil und ist derjenige der versucht etwas aus der Stellung zu machen. Knapp vor der Zeitkontrolle forciert er aber die Ereignisse und erlaubt Caruana mit einem Figurenopfer die bekannte Remisstellung gegen Läufer und Randbauer von der falschen Farbe zu erreichen. Carlsen verzichtet darauf dies zu demonstrieren und die Partie endet im 49. Zug mit der dritten Punkteteilung. Das Match steht 1,5:1,5. Die vierte Partie folgt heute um 16:00 MEZ. Wird es einen ersten Sieger geben? (wk, Logo: FIDE)
Offizielle WebsiteRegulativFIDE
Videokommentare: Markus RaggerDaniel King,
DerStandard: Bericht 3. Runde

Partner






Logo NADA 2018 300px


180612 logo respekt