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Blog WM - EM

180315 candidates r4"Exciting chess", jubeln Judit Polgar und Lawrence Trent, die Kommentatoren der englischen Live-Übertragung, über den bisherigen Verlauf des Kandidatenturniers in Berlin. Zurecht! Die Spieler gehen mit hochgezogenem Visier aufeinander los und produzieren eine fesselnde Partie nach der anderen. Der dramatische Höhepunkt der vierten Runde spielt sich in der Partie Vladimir Kramnik gegen Fabiano Caruana ab, in der es zum Führungswechsel kommen sollte. Nach einer ruhigen russischen Eröffnung übernimmt Caruana nach einer missglückten Umgruppierung von Kramnik mit g5 die Initiative und kommt zu großem Vorteil, der zu einem Figurengewinn führt. Allerdings bekommt Kramnik einen weit vorgerückten Bauern der siebenten Reihe und weitere Freibauern am Damenflügel. Knapp vor der ersten Zeitkontrolle dreht sich die Partie. Caruana verliert mit seinem Springer Zeit wonach Kramniks Bauern den Amerikaner überrollen. Aus einer Vielzahl an guten Möglichkeiten verpasst Kramnik unter Zeitdruck gewinnversprechende Fortsetzungen und das Drama nimmt seinen Lauf. Knapp vor der zweiten Zeitkontrolle passiert dem Russen ein Fehler, der ihn die Partie kostet. Statt Caruana eineinhalb Punkte hinter sich zu lassen, übernimmt der Amerikaner von Kramnik die Führung. Ein "big point", der Caruana zudem mit Selbstvertrauen aufpumpt. Kramnik ist wohl bewußt, welche Chance er hier verpasst hat. Ein wichtiger Sieg gelingt Levon Aronian gegen Sergey Karjakin. Der WM-Herausforderer von 2016 opfert zwei Bauern, erhält aber keine ausreichende Kompensation und ist mit seiner zweiten Weiß-Niederlage so gut wie aus dem Titelkampf. Eine unglaubliche Partie liefern sich Alexander Grischuk und Ding Liren. Grischuk ist bestens vorbereitet und spielt ein Figurenopfer, das der bulgarische Ex-Weltmeister Veselin Topalov in die Praxis eingeführt hat. Nach einem Fehler des Chinesen hat Grischuk einen Zug lang die Chance zu gewinnen, verpasst sie aber. Die Partie steht danach auf des Messers Schneide, Grischuk rettet am Ende gerade noch ein Remis. Shakhriyar Mamedyarov holt auch aus seiner zweiten Weißpartie gegen Wesley So keinen Vorteil aus der Eröffnung und muss sich bald der Punkteteilung fügen. In der heutigen fünften Runde spielen Aronian-Grischuk, Caruana-Karjakin, So-Kramnik und Ding-Mamedyarov. (wk, Foto: FIDE)
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Blog von Stefan Löffler in der Frankfurter Allgemeine
Berichte von Anatol Vitouch in "DerStandard"
Daniel King: Videozusammenfassung der 4. Runde

180313 candidates r3Das Feuerwerk in Berlin geht weiter. Mann der Stunde ist Vladimir Kramnik. In der dritten Runde überrascht Levon Aronian den russischen Ex-Weltmeister zwar in der Eröffnung mit seinem ersten Zug e4 läuft aber gegen die Berliner-Verteidigung, sie ist ein Markenzeichen von Kramnik, bereits im 7. Zug in eine phantastische Neuerung. Von da an dürfte Aronian seine Eröffnungswahl bedauert haben. Kramnik kommt zu einem stürmischen Angriff, den er mit einer stilvollen Mattkombination beendet. Eine Glanzpartie von Kramnik. Sie bringt ihm die alleinige Führung mit zweieinhalb Punkten. Ein zweiter Aufreger des Tages war die Partie zwischen Caruana und Mamedyarov. In einem Najdorf-Sizilianer kommt es zu einem spannenden Schlagabtausch. Caruana gewinnt die Qualität, muss dafür aber Bauern geben. Danach spielt sich die Stellung für Mamedyarov leichter, Caruana schafft aber mit genauem Spiel die Punkteteilung. Beide bleiben Kramnik mit nunmehr je zwei Punkten auf den Fersen. Erste ruhigere Remisen gibt es zwischen Wesley So und Ding Liren in einem Marshall Gambit sowie zwischen Sergey Karjakin und Alexander Grischuk in einem Italiener. Heute ist in Berlin ein erster Ruhetag. Die vierte Runde folgt morgen mit den Begegnungen Grischuk-Ding, Mamedyarov-So, Kramnik-Caruana, Karjakin-Aronian. (wk, Foto: FIDE)
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Blog von Stefan Löffler in der Frankfurter Allgemeine
Berichte von Anatol Vitouch in "DerStandard"
Daniel King: Videozusammenfassung der 3. Runde

180311 candidates r1bDas Kandidatenturnier in Berlin beginnt mit einem Feuerwerk. Um 15:00 Uhr zieht der armenische Präsident Serschach Sargsjan für Levon Aronian 1.c4 und eröffnet damit den Kampf um das Recht im November in London Weltmeister Magnus Carlsen herausfordern zu können. Aronian spielt gegen Ding Liren dementsprechend ambitioniert, muss aber bald eine Zugwiederholung forcieren. Dies sollte das einzige Remis des Tages bleiben. Den Reigen der Siege eröffnet Fabiano Caruana im Duell der Amerikaner gegen Wesley So. Caruna wählt die katalanische Eröffnung, So folgt einer der Hauptvarianten verliert aber bald den richtigen Faden und geht in 33. Zügen unter. Vladimir Kramnik nutzt geschickt die bekannten Zeitnotprobleme seines Landsmannes Alexander Grischuk. Nach ruhigem Eröffnungverlauf übernimmt Kramnik die Initiative und stellt Grischuk vor Probleme, die dieser in Zeitnot nicht mehr lösen kann. Der ganz große Sieger des Tages ist aber Shakriyar Mamedyarov. Aserbeidschans Vorkämpfer wählt mit Schwarz gegen die spanische Eröffnung von Sergey Karjakin im dritten Zug mit g6 eine Nebenvariante, und überrascht damit den letzten WM-Finalisten am falschen Fuß. Karjakin landet in einem schlechteren Damenendspiel, das er nicht halten kann. Ein katastraphaler Start für Karjakin, ein perfekter für Mamedyarov. Die Organisation des Events in Berlin zeigt Licht und Schatten. Über die Eröffnung hüllt man besser den Mantel des Schweigens. Das Ambiente im Kühlhaus ist interessant, hat aber doch den kühlen Charme einer Location der Nachkriegszeit. Auch die Organisation auf fünf Ebenen ist gewöhnungsbedürftig. Reizvoll sind die vielen verschiedenen Perspektiven. Das Wichtigste ist aber, dass die Spieler von Anfang an so richtig einheizen. Heute kommt es zum Duell der Verlierer zwischen Grischuk und So. Weiters spielen Ding-Caruana, Mamedyarov gegen Aronian und Kramnik gegen Karjakin. Eine Live-Kommentierung mit Judit Polgar gibt es auf der Turnierseite. (wk)
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derStandard.at: Herausforderer gesucht, Fulminanter Auftakt
Daniel King: Videozusammenfassung der 1. Runde

180312 candidates r2Alexander Grischuk ist der Mann der zweiten Runde des Kandidatenturnieres in Berlin. Im Kampf zweier Verlierer der ersten Runde spielt Grischuk gegen Wesley So groß auf und kommt nach zwei Ungenauigkeiten des Amerikaners zu gefährlichem Königsangriff. So muss eine Figur geben um das Matt abzuwenden. Grischuk behält trotz hochkarätiger Zeitnot 15 Züge lang kühlen Kopf. Nach der Zeitkontrolle muss So bald aufgeben. Die anderen drei Partien enden mit Remisen, waren aber spannend und umkämpft. Mamedyarov dringt nach ruhiger Eröffnung mit seinen Schwerfiguren in die Stellung von Aronian ein. Allerdings ist seine Dame dort in Gefahr und kann der dauerhaften Verfolgung der schwarzen Türme nicht ausweichen. Caruana opfert mit Schwarz gegen Ding Liren früh eine Qualität bekommt aber eine phantastische Diagonale für seinen weißfeldrigen Läufer. Die Vor- und Nachteile beider Seiten führen zu einem spannenden und komplizierten Kampf. Am Ende kann keiner mehr Fortschritte machen, daher Remis. Kramnik ist knapp daran gegen Karjakin die "Berliner Mauer" zu knacken, die er selbst am Brett berühmt gemacht hat. Am Ende hält sie aber wieder und Karjakin kann im Gegensatz zu So eine zweite Niederlage verhindern. Heute spielen ab 15:00 Uhr: Karjakin-Grischuk, Aronian-Kramnik, Caruana-Mamedyarov und So-Ding. (wk, Foto: FIDE)
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Blog von Stefan Löffler in der Frankfurter Allgemeine
Daniel King: Videozusammenfassung der 2. Runde

180310 candidatesHeute beginnt in Berlin das Kandidatenturnier der FIDE, in dem der Herausforderer von Weltmeister Magnus Carlsen ermittelt wird. Acht der besten Spieler der Welt kämpfen in Berlin in einem doppelrundigen Turnier um das Recht in einem Match, das heuer im November in London ausgetragen wird, den Weltmeister herauszufordern. Aber schon die Teilnahme am Kandidatenturnier adelt einen Schachspieler. Qualifiziert für Berlin sind Sergey Karjakin als Verlierer das WM Matches 2016, Levon Aronian und Ding Liren über den World Cup 2017, Shakhriyar Mamedyarov und Alexander Grischuk über den Grand Prix 2017, Fabiano Caruana und Wesley So über die Weltrangliste und Vladimier Kramnik über eine Wild Card des Veranstalters. Nicht geschafft haben es aus den Top-10 der Weltrangliste Maxime Vachier-Lagrave, Hikaru Nakamura, Anish Giri und Viswanathan Anand. Einen Favoriten für Berlin zu nennen fällt schwer. Jeder dieser Spieler hat das Zeug bei gutem Turnierverlauf Erster zu werden. Vielleicht sind die Chancen für Mamedyarov, Kramnik und Aronian ob der letzten guten Ergebnisse leicht höher einzuschätzen. Gespielt wird das Kandidatenturnier im Berliner Kühlhaus, wo dem Veranstalter AGON, er ist der kommerzielle Partner der FIDE für die Ausrichtung der wichtigsten Bewerbe, 5000 Quatratmeter Fläche in sechs Stockwerken zur Verfügung stehen. In der ersten Runde spielen heute ab 15:00 Uhr Kramnik gegen Grischuk, Karjakin gegen Mamedyarov, Aronian gegen Ding Liren und Caruana gegen So. (wk)
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