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Die letzte Runde war noch einmal richtig spannend. IM Andrei Obodchuk (Elo: 2414) spielte gegen Mohammadreza Ghadimi (Elo: 2146) und hatte damit das einfachere Los als die beiden Mit-Favoriten IM Piotr Dukaczweski (Elo: 2280) und FM Stanislav Babarykin (Elo: 2319), die gegeneinander spielen mussten. Am Ende reichte Babarykin ein remis, um Weltmeister zu werden, da Obodchuk gegen Ghadimi trotz Mehrbauer im Endspiel auch über ein Remis nicht hinaus kam. Der Weltmeister kommt somit aus Russland und gehört dem IBCA (International Braille Chess Association) an. Damit ist er also nicht nur World Chess Champion for Disabled, sondern gleichzeitig auch World Chess Champion for Disabled IBCA. Obwohl Babarykin zu Turnierbegeinn bereits in der 3. Runde gegen Aleksander Gerasimov (2175) nur Remis spielte, konnte er sich durch mehrere aufeinander folgende Siege am Ende doch noch bis an die Tabellenspitze vorkämpfen. Vizeweltmeister ist Andrei Obodchuk (Russia IPCA), Dritter wurde Jacek Stachanczyk (Poland IBCA). (wk, Text/Foto: Turnierseite)
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Weltmeister der Sehbehinderten und Blinden wurde ebenfalls Stanislav Babarykin (Russia Blind I). Bester Spieler der körperlich Beeinträchtigten und damit deren Weltmeister wurde Andrei Obodchuk (Russia IPCA). Als bester Spieler der Gehörlosen setzte sich Aleksander Gerasimov (Russia Deaf I) durch und wurde damit deren Weltmeister.

Bis zum bitteren Ende kämpften Yulia Turkeeva (Russia ICCD II) und Jamal Messala (Morocco IPCA) an Tisch 21 unter den Augen zahlreicher Zuschauer. Beide hatten nur noch wenige Sekunden Zeit, so dass es ein echtes Zeitnotfinale gab. Trotz Mehrbauer konnte sich Messala in einem spannenden Turmendspiel nicht durchsetzen, so dass am Ende die gekreuzten Finger das Ende der letzten Partie durch remis anzeigten.

In der letzten Runde gab es mehrere deutsch-deutsche Paarungen: Marco Sponheim (Germany IPCA) gewann gegen Michael Gründer (Germany ICCD). Thomas Rudolf (Germany IPCA) besiegte Richard Michalowski (Germany ICCD). Auch Wolfgang Krabbe (Germany ICCD) konnte sich an Tisch 28 gegen Holger Mende (Germany ICCD) durchsetzen. Der jüngste Teilnehmer des Turniers, Raphael Zimmer (Germany IPCA), erkämpfte gegen Stefan Krause (Germany ICCD) remis. Auch Artur Kevorkov (Germany ICCD) spielte gegen David Falkowski (Poland IBCA), ebenso trennten sich Dr. Karl-Heinz Usbeck (Germany ICCD) und Trifanova (Russia ICCD II) remis. Andreas Wenzel (Germany IPCA) gewann gegen den Inder Snehit Saraf. Die weiteren deutschen Teilnehmer Katharina Kohnen (Germany IPCA), Falk Zimmermann (Germany IBCA) und Rolf Huss (Germany IPCA) verloren leider ihre letzte Partie. Der beste deutsche Spieler ist Mohammadreza Ghadimi, der mit 5 Punkten auf Platz 10 kam. Der jüngste Spieler der Turniers, der Deutsche Raphael Zimmer, erreichte mit 3,5 Punkten die Hälfte der möglichen Punkte und krönte seine tolle Leistung am Ende mit Platz 35.

In der Mannschaftswertung teilten sich die Teams aller Verbände die ersten drei Plätze. Bestes Team und somit Träger des Titels "World Chess Team Champion of Disabled" ist „Russia Blind I". Teammitglieder sind der amtierende Weltmeister Stanislav Babarykin, Iuri A. Meshkov, Alexey Pakhomov und Sergey Krylov. Das zweitbeste Team ist „Russia IPCA" mit den Spielern Andrei Obodchuk, Alexander Balberov, Dmitrij Scerbin und Sergej Tsapalin. Den dritten Platz belegte das Team von „Poland IBCA" mit Piotr Dukaczewski, Rafal Gunajew, Marek Mackowiak und Dawid Falkowski. Das beste deutsche Team „Germany Deaf" belegte mit den Spielern Mohammadreza Ghadimi, Artur Kevorkov, Olaf Hoyer und Michael Gründer Platz 7. Das Dresdner Team „Dresden Deaf" kam mit Stefan Krause, Wolfgang Krabbe, Dr. Karl-Heinz Usbeck und Holger Mende auf Platz 12.

Auch wenn es am Ende nicht nur Sieger geben kann, so haben bei dieser Weltmeisterschaft sicherlich alle Spieler allein schon durch deren Teilnahme gewonnen. Bekanntlich gilt ja das Motto: dabei sein ist alles. Und für einige war es am Ende das größte, einfach nur dabei sein zu können. Letztendlich gab es immerhin keinen Spieler mit 0 Punkten, selbst die beiden Letztplatzierten hatten zumindest 0,5 Punkte und brauchten nicht traurig zu sein.

Ein ganz besonderer Dank aller Spieler geht an die Unterstützer der 1. Weltmeisterschaft im Schach für Menschen mit Behinderungen, ohne die diese besondere Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre: ZMD AG – Sächsisches Staatsministerium des Innern – Landeshauptstadt Dresden – FIDE – Stiftung West – Östliche Begegnungen.

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