Von 2. – 4. September fanden die Vorrunden der 2. Division der Online Olympiade 2021 statt. In fünf Gruppen kämpften je 10 Teams um die drei Spitzenplätze und somit den Aufstieg in die Top-Division, für welche Top-Nationen, wie Indien oder auch Deutschland, bereits gesetzt sind. Die beiden besten Mannschaften einer jeden 10er Gruppe der Top-Liga qualifizieren sich in weiterer Folge für die Playoffs.
Wie auch im letzten Jahr startete Österreich in der B-Gruppe der 2. Division. Heuer schien mit einer starken Aufstellung der Aufstieg in Reichweite, doch musste das Team rund um Markus Ragger bereits in der 1. Runde gegen die nominell schwächeren Usbeken (kein Spieler mit einer Schnellschach-Elozahl über 2000) eine knappe Niederlage (2,5 – 3,5) einstecken. Auch gegen die stark aufspielenden Teams aus Estland und Malaysia blieb es nur bei der Punkteteilung.
Nach Siegen gegen die Schweiz und den Irak schien jedoch die Chance am letzten Spieltag noch zu bestehen. Am Ende konnten sich aber Lettland, Moldawien und Italien klar durchsetzen und in die Top-Division aufsteigen. Top-Scorerinnen des Österreichischen Teams sind mit 4,5/7 Katharina Katter und Annika Fröwis (5/8). (af, Foto: FIDE)
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Acht von elf Runden sind inzwischen bei der Europameisterschaft in Reykjavik gespielt. An der Spitze führt mit Anton Demchenko (RUS), Rauf Mamedov (AZE) und der deutschen Nachwuchshoffnung Vincent Keymer ein Trio mit je sechseinhalb Punkten das Feld an. Sechs Spieler folgen mit je sechs Punkten, weitere 17 mit je 5,5. Erst in dieser Gruppe finden sich Top-gesetzte wie Sargissian und Navara. Die Nummer Eins, Gawain Jones, hält "nur" bei viereinhalb Punkten.
Aus österreichischer Sicht ist Dominik Horvath mit fünf Punkten am 45 Platz unter 180 Teilnehmern derzeit am aussichtsreichsten im Rennen. In den Runden sechs und sieben gelangen ihm Siege gegen Heimisson (ISL, 2309) und Martinovic (CRO, 2548). Gestern folgte ein Remis gegen Parligras (ROU, 2691). Heute wartet der Ukrainer Sivuk (2589).
Valentin Dragnev und Felix Blohberger halten bei je viereinhalb Punkten und sind damit in der Tabelle vor Gawain. Dragnev musste gestern eine Niederlage gegen Ex-Europameister Ivan Saric (CRO, 2653) hinnehmen. Blohberger besiegte nach einer Niederlage gegen Banusz (HUN, 2631) den Irländer Kanyamarala (2180). Heute wartet auf ihn mit Gawain eine spannende Herausforderung.
Die heutige neunte Runde startet um 17:00 MEZ. (wk, Foto: Turnierseite)
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Weltmeister Magnus Carlsen und Levon Aronian hielten sich heute mit dem Lächeln zurück, als der erste Tag ihres Aimchess US Rapid Halbfinales auf Messers Schneide stand. Der erste Satz bringt vier Remisen ohne viel Drama. Damit steht es vor dem morgigen Entscheidungsspiel am zweiten Tag 2:2.
FTX Crypto Cup-Sieger Aronian, der in seinem Lieblingstrikot von Lionel Messi spielte, sagte hinterher: "Es war ein enges Match, ich denke, ich hatte Chancen in der zweiten Partie, aber danach war es ziemlich solide."
Carlsen gab zu, dass er in der zweiten Partie unter Druck stand, scherzte aber: "Das war wahrscheinlich die am wenigsten dramatische Partie, die wir je in diesem Turnier hatten".
Im anderen Halbfinale sah es anders aus. Die russische Sensation Vladislav Artemiev ärgerte sich über sich selbst, nachdem er eine komfortable Führung gegen den 18-jährigen Alireza Firouzja verspielte. Artemiev gewann die Auftaktpartie und lässt zwei sichere Remisen folgen. Firouzja steht daher in der vierten Partie unter Siegzwang. In einer überlegenen Stellung übersieht Artemiev dann ein Trick, und Firouzja war wie aus dem Nichts wieder im Spiel. Die Partie endete mit einem Sieg für Firouzja und einem 2:2-Unentschieden.
Die morgigen Halbfinalpartien beginnen um 17:00 Uhr MESZ. Alle Partien werden in der chess24.com Playzone gespielt. Eine kommentierte Übertragung ist auf www.championschesstour.com oder www.chess24.com zu sehen. (wk, Foto: Turnierseite).
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Die FIDE Online Olympiade findet vom 20. August bis 15. September statt. Die Vorrunde wird in Divisionen gespielt. Österreich startet am Donnerstag, dem 2. September in der Division 2 im Pool B und trifft auf Irak, Lettland, Moldavien, Wales, Usbekistan, Malaysia, Italien, Estland und Schweiz. Elofavorit ist das italienische Team mit einem Schnitt von 2343. Österreich (2252) ist erster Verfolger, praktisch gleichauf mit Lettland (2245). Die ersten Drei des Pools steigen in die Top-Division auf.
Jedes Team besteht aus sechs Spielern, darunter zumindest zwei Frauen und je ein Spieler, eine Spielerin U-20. Die Bundestrainer David Shengelia und Siegfried Baumegger haben ein starkes Team nominiert. Stammspieler sind Markus Ragger, Valentin Dragnev, Regina Theissl-Pokorna, Felix Blohberger und Katharina Katter. Im Kader sind weiters David Shengelia, Georg Fröwis, Elisabeth Hapala, Annika Fröwis, Marc Morgunov und Kata Vicze.
Gespielt werden Rapid Partien mit einer Zeitkontrolle von 15 Minuten plus 5 Sekunden Inkrement pro Zug. Von Donnerstag bis Samstag stehen je drei Begegnungen am Matchplan. Beginnzeiten sind jeweils 12:00, 13:00 und 14:00 MEZ.
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Am 14. Juli 2020 startete das Projekt Hobby-Frauenliga-Online. Hier spielen Frauen und Mädchen in Gruppen eine Meisterschaft. Die Spiele wurden auf lichess.org ausgetragen. Neuanmeldungen an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! sind willkommen und erwünscht.
Der 14. Zyklus ist nun abgeschlossen. Die Gruppe A und damit der Gesamtsieg ging an Silke Kilzer. Knapp dahinter folgte Magdalena Wielander. In der Gruppe B dürfen wir Ina Weiß zum ersten Platz und Helga Oberhofer zum zweiten Platz gratulieren.
Die Preise in dieser Liga wurden verlost und die glücklichen Gewinnerinnen sind beim 14. Zyklus Regina Golser, die sich über ein Training freuen darf, und Katharina Pötscher, die einen Büchergutschein bekommt.
Wir nehmen Anmeldungen von allen Frauen und Mädchen an, auch über 1500 Elo. Die Spielstärke wird bei der Gruppeneinteilung berücksichtigt. Wer in Zukunft einsteigen möchte kann einfach ein Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! schicken. Wir suchen auch Interessenten, die gerne eine offene Hobbyliga organisieren würden. (nm, Text: mh)
FAQs
Vladislav Artemiev gewinnt die Vorrunde des Aimchess US Rapid mit 10,5 Punkten aus 15 Partien vor Magnus Carlsen (10), Levon Aronian und Alireza Firouzja (beide 9,5). In der K.O.-Phase der besten Acht sind zudem Wesley So, Shakriyar Mammedyarov, Jan-Crzystof Duda und Perez Leinier Dominguez. Anish Giri, Maxime Vachier-Lagrave und Santosh Vidit verpassen knapp den Einzug ins Finale.
Das Aimchess US Rapid ist das neunte Turnier der von Magnus Carlsen initiierten Champions Chess Tour, die online ausgetragen wird. In der Vorrunde kämpfen jeweils 16 Spieler um den Einzug ins Finale. Im doppelrundigen K.O.-System wird dann der Sieger ermittelt. Nach dem US Rapid gibt es noch ein Finale mit zehn Spielern.
In der Gesamtwertung führt nach acht Turnieren Magnus Carlsen mit 291 Punkten vor Wesley So mit 257. Alle anderen Spieler sind weit abgeschlagen und haben keine Chance mehr die Gesamtwertung zu gewinnen. Levon Aronian hält als Dritter bei 149 Punkten.
Die K.O. Phase beginnt heute um 17:00 MEZ mit den Paarungen Artemiev-Duda, Firouzja-So, Aronian-Mamedyarov und Carlsen-Duda. (wk, Foto: Turnierseite).
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Markus Ragger und Anna-Lena Schnegg gewinnen die vom 21. bis 29. August 2021 im Rahmen des 5. Internationalen Chess Festivals Innsbruck ausgetragenen Staatsmeisterschaften. Das Innsbruck Open gewinnt der jugendliche Inder Raunak Sadhwani.
In der offenen Klasse siegt Markus Ragger ohne zu glänzen. Der haushohe Elofavorit des Turniers gewinnt die Staatsmeisterschaft am Ende zwar mit sechseinhalb Punkten dank besserer Zweitwertung vor den beiden Oberösterreichern Lukas Leisch und Florian Schwabeneder, muss sich aber nach insgesamt fünf Remisen gegen teils deutlich eloschwächere Gegner im Innsbruck Open mit dem vierten Rang begnügen. Silber und Bronze für Leisch und Schwabeneder sind mit einem Punkt Abstand zu den Verfolgern hochverdient. In den Preisrängen der Top-10 landen weiters: Herbert Wohlfahrt, Marc Morgunov, Emilian Hofer, Arthur Kruckenhauser, Konstantin Peyrer, David Schernthaner und Johannes Lerch.
In der Frauen-Wertung geht der Staatsmeisterinnen-Titel an Anna-Lena Schnegg. Die Tirolerin startet wie Ragger in der Favoritenrolle, holt als einzige österreichische Spielerin viereinhalb Punkte und ihren zweiten Titel im Standardschach nach 2016. Ein gutes Turnier gelingt der Wienerin Nikola Mayrhuber. Sie spielt über ihrer Erwartung, fordert Schnegg bis zuletzt im Kampf um den Titel und gewinnt überzeugend Silber. Den Kampf um Bronze entscheidet die Steirerin Barbara Teuschler knapp für sich. In den Preisrängen landen weiters Julia Novkovic, Veronika Exler und Sophie Konecny.
Das Organisationsteam rund um Giorgio Gugler hat die Veranstaltung trotz schwieriger pandemischer Rahmenbedingungen gut über die Bühne gebracht. (wk, Foto: Veranstalter)
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Die Europameisterschaft in Reykjavik bringt gute Leistungen der Österreicher, insbesondere am gestrigen vierten Spieltag. Valentin Dragnev gewinnt gegen Ruben Köllner (GER, 2418), ist weiter ungeschlagen und mit drei Punkten im erweiterten Spitzenfeld. Felix Blohberger und Dominik Horvath haben Niederlagen aus der zweiten Runde gegen starke 2600-er gut weggesteckt und nach Siegen gegen Eloschwächere gegen deutsche 2600-er gepunktet. Blohberger remisert mit Schwarz gegen Alexander Donchenko (2657), Hovath mit Weiß gegen Rasmus Svane (2615). Beide halten bei zweieinhalb Punkten.
An der Spitze ist der Armenier Robert Hovhannisyan als einziger Spieler ohne Punkteverlust. Dahinter folgen zwölf Spieler mit einem halben Punkte Rückstand. Darunter sind mit David Navara und Rauf Mamedov aber nur zwei Spieler aus den Top-10 der Setzliste. Der Engländer Gawain Jones, mit 2684 der Elo-Favorit, startet nach einer Niederlage gegen den Isländer Hannes Stefannsson in der vierten Runde gar nur mit zwei Punkten aus vier Partien.
Die heutige fünfte Runde startet um 15:00 Ortszeit (17:00 MEZ). (wk. Foto: Borki Predojevic)
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Die Schach-Einzel-Europameisterschaft 2021 wurde gestern in Reykjavik, Island, kurz vor Beginn der ersten Runde offiziell eröffnet. Die isländische Premierministerin Katrín Jakobsdóttir und der stellvertretende ECU-Präsident und Cheforganisator Gunnar Bjornsson sprachen zu den Spielern und machten den ersten Eröffnungszug in der Partie zwischen GM Jones Gawain C B (ENG, 2684) und IM Baltag Iulian (MDA, 2410).
Die 1. Runde des Turniers brachte interessante Partien und Kämpfe, nur 7 Partien endeten friedlich mit einem Remis. Drei favorisierte Großmeister mussten herbe Niederlagen einstecken: GM Banusz Tamas (HUN, 2631) verlor gegen FM Heimisson Hilmir Freyr (ISL, 2309), Wecker Martin (GER, 2195) besiegte GM Bosiocic Marin (CRO, 2610) und Kueng Nicolas (SUI, 2005) gewann gegen GM Hillarp Persson Tiger (SWE, 2543).
Aus Österreich sind Valentin Dragnev, Felix Blohberger und Dominik Horvath am Start. Blohberger gewinnt zum Auftakt gegen Oskar Maggason (ISL, 1783), Horvath erhält seinen Punkt kampflos. Einen holprigen Start hat hingegen Dragnev mit einem Remis gegen den Ukrainer Aleksandr Domalchuk-Jonasson (2052).
Die EM dauert vom 26. August bis 5. September. Die Runden beginnen jeweils im 15:00 Uhr Ortszeit, nur die Schlussrunde bereits um 13:00 Uhr. Insgesamt sind 180 Spieler aus 36 Nationen am Start. (wk. Foto: ECU)
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Nach einem schnellen Remis gegen Mamedyarov gewann Maxime Vachier-Lagrave den Sinquefield Cup 2021 und sicherte sich den ersten Platz, nachdem seine engsten Rivalen ihn in der neunten und letzten Runde nicht mehr einholen konnten. Vachier-Lagrave ist der erste zweifache Gewinner der Veranstaltung, nachdem er bereits 2017 den ersten Platz belegte. Für seine Bemühungen erhält Vachier-Lagrave ein Preisgeld von 90.000 Dollar sowie einen Bonus von 50.000 Dollar für den zweiten Platz in der Grand Chess Tour insgesamt.
Mit seinem Sieg sicherte sich Vachier-Lagrave auch den zweiten Platz in der Gesamtwertung der Grand Chess Tour, während Mamedyarov am Ende den dritten Platz belegte. Der Sieger der Grand Chess Tour 2021, Wesley So, hatte sich bereits zum Abschluss der gestrigen Runde den ersten Platz gesichert. Trotz des Erfolgs gab er sich im Interview mit seinem Spiel beim Sinquefield Cup unzufrieden. Zu viele Chancen konnte er nicht nutzen. Trotzdem reichte es für So auch im Sinquefield Cup zum geteilten zweiten Platz mit Fabiano Caruana und Leinier Dominguez. (wk, Foto: Turnierseite)
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