Magnus Carlsen gewinnt seine dritte Partie, führt nun mit 6:3 und kann sich bereits morgen mit einem Remis in seiner nächsten Weißpartie zum neuen Weltmeister krönen. In der heutigen neunten Partie tat Anand was aufgrund des WM-Standes zu tun war. Er wechselte die Eröffnung, statt mit e4 begann der Weltmeister mit dem Damenbauern, wählte gegen Carslens Nimzoindische Verteidigung die scharfe Sämischvariante und nimmt mit einer asymetrischen Bauernstellung volles Risiko. Carlsens Stellung scheint einem Matt nahe, doch das norwegische Ausnahmetalent bleibt auch in dieser Situation "cool" und spielt die bestmögliche Verteidigung. Am Ende lässt Anand eine zweite Dame für Carlsen zu um eine "Mattkombination" starten, die allerdings ein entscheidendes Loch hat. Aber auch nach der besseren Fortsetzung wären ein Gewinn und die Verteidiung des Weltmeistertitels in weiter Ferne gewesen. De facto hat heute eine neue Ära im Schach begonnen. Die Ära Carlsen. (wk, Foto: Turnierseite)
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Nach zwei weiteren Remisen in den Runden sieben und acht steht es 5:3 für den Herauforderer Magnus Carlsen. In beiden Partien stand wieder die Berliner Variante der spanischen Verteidigung am Prüfstand. Zuerst versuchte Anand erfolglos mit einer dritten Variante Carlsen unter Druck zu setzen. Die Berliner Mauer hielt aber auch diesem Versuch problemlos stand, das Score für Anand in seinen drei Weißpartien gegen diese Verteidiung ist 1:2. Heute eröffnete Carlsen erstmals selbst mit 1.e4 und Anand entschied sich seinerseits zu testen was wohl Carlsen gegen seine eigene Verteidigung im Köcher hat. Doch der Norweger ließ sich nicht in die Karten blicken und wählte die sicherste, aber auch ungefährlichste Fortsetzung. So blieb der spannendste Moment des heutigen Tages die anschließende Dopingkontrolle. Morgen ist Ruhetag, am Donnerstag steht Anand unter Zugzwang. Er braucht unbedingt einen Sieg will er die WM realisterweise noch offen halten. (wk, Foto: Turnierseite)
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Aserbeidschan ist in der Besetzung Mamedyarov, Radjabov, Sfarli, Mamedov und Guseinov nach einem Fotofinish in der Schlussrunde neuer Europameister. Das Team hält den Wettkampf gegen Armenien mit 2:2 im Gleichgewicht und profitiert von der 1,5:2,5 Niederlage Frankreichs gegen Russland. Andreikin sichert dem Favoriten mit seinem Sieg gegen Tkachiev gerade noch die Bronzedaille vor den punktegleichen Armeniern. Frankreich konnte in der Hotellobby ausgiebig die Silbermedaille feiern, trauert aber doch ein wenig dem verpassten Titelgewinn nach. Im Damenbewerb stand die Ukraine bereits als Sieger fest. Die Ukrainerinnen verzichteten gegen Russland auf Ushenina und "verhelfen" den Russinnen mit einer 1:3 Niederlage noch zur Silbermedaille. Bronze holt Polen mit einem 3:1 Sieg gegen die sensationell starken Litauerinnen. Die österreichischen Teams landen am Ende am 17. (Damen) und 30. Platz (siehe unter Weiterlesen). (wk)
Ergebnisse bei Chess-Results: Offene Klasse, Damen
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Weiterlesen: Team EM - Aserbeidschan nach Fotofinish Europameister
Die ukrainischen Damen gewinnen heute gegen Armenien mit 3:1 und sichern sich in der Besetzung Lagno, Ushenina, Mariya Muzychuk, Zhukova und Gaponenko vorzeitig den EM Titel. Positive Meldungen gibt es von den österreichischen Teams. Die Damen gewinnen gegen Griechenland mit Siegen von Eva Moser und Tina Kopinits bei einem Remis von Newrkla mit 2,5:1,5 und spielen morgen in der Schlussrunde gegen Spanien. Die Herren dürfen sich mit dem 2:2 gegen Spanien über einen weiteren Punktegewinn gegen ein starkes Team mit einem Eloschnitt von 2642 freuen und zudem über eine GM-Norm von Peter Schreiner. Dem jungen Steirer reichte dafür ein Remis gegen Igarza Vazquez (2602). Ein Tag in Warschau wie er für den ÖSB kaum besser hätte laufen können. Die Herren spielen in der Schlussrunde gegen "Poland Goldies" wie das Dreierteam der Gastgeber genannt wird. Um den Europameister Titel und die Medaillen geht es in den Begegnungen Armenien (12) gegen Aserbeidschan (13) und Russland (11) gegen Frankreich (13). Die Schlussrunde beginnt am Sonntag bereits um 11:00 Uhr. (wk)
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Die letzten beiden Tage hatten es für Österreichs Schach in sich. Heute, am Samstag, wurde beim ECU Kongress in Warschau über die Vergabe der Senioren Team EM 2015 abgestimmt. Mit Krajnska Gora hatte Wien einen TOP Veranstalter als Konkurenten. Vizepräsident Johann Pöcksteiner hatte jedoch ein tolles Paket bei der Präsentation mit im Gepäck und so ging die Abstimmung, zur Überraschung Aller, mit 32 : 13 ganz klar für Wien aus. Veranstaltungsort wird das Hotel Airo-Tower in Wien Oberlaa sein, dass mit seinem perfektem Umfeld (Kurpark Oberlaa, Therme Wien, Weinberge und Heurige) den Vorzug bekam. Wien wird sich, dafür sorgt sicher Hans Pöcksteiner, ein perfekter Gastgeber sein. Österreichs und Wiens Schachgemeinde darf sich jedenfalls auf diese internationale Veranstaltung freuen.
Aber im Sport muss auch Politik gemacht werden, so wurde von ÖSB Präsident Kurt Jungwirth zu Gunsten der nichtolympischen Sportarten in der BSO perfekt lobbyiert. Eine Reihe von international erfolgreichen Sportarten (American Football, Karate, Orientierungslauf, Frisbee) wollten bei der künftigen Arbeit der BSO mitgestalten. Bei den gestrigen Wahlen ist es gelungen in allen wichtigen Gremien (Sportfachrat, Spitzensportausschuss, Finanzaussschuss) mit dabei zu sein, sogar ein Präsidiumsplatz war möglich. Für den ÖSB war Wiens Präsident Christian Hursky ins Rennen gegangen, er wird letzlich im Finanzausschuss der BSO seine Tätigkeit aufnehmen. ÖSB Präsident Kurt Jungwirth zeigte sich höchst erfreut, der Stellenwert von Schach im österreichischen Sport hat somit eine neue Qualität erreicht. Für die Zukunft ist jedenfalls viel Arbeit für alle garantiert! (wk, Text: LV Wien, Foto: Hursky und Pöcksteiner mit Siegertrio beim WGM Turnier 2013 in Wien)
Einen herben Rückschlag erleidet Weltmeister Anand mit seinem Vorhaben den Titel gegen Jungstar Magnus Carlsen zu verteidigen. Nach der gestrigen Niederlage erwartete sich die Schachwelt heute einen starken Auflschlag des Inders. Aufs Brett kam erneut die Berliner Verteidigung, die Anand schon in der vierten Runde Sorgen bereitet hatte. Diesmal wählt Anand eine sogenannten Anti-Berliner-Variante, konnte aber erneut keine Eröffnungsvorteil erzielen. Nach einem schwermütigen Mittelspiel landet Anand wieder ein einem schwierigen Turmendspiel und vermag es wie schon gestern nicht zu halten. Carlsen führt damit zur Halbzeit nach sechs Partien mit 4:2. Am Montag eröffnet Anand die zweite Halbzeit nach einem Farbwechsel erneut mit Weiß und braucht wohl einen Sieg um die WM noch einmal spannend zu machen. (wk, Foto: Turnierseite)
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Österreichs Damen überraschen heute gegen Frankreich, die Nummer 7 der Setzliste, mit einem feinen 2,5:1,5 Sieg. Anna-Christina Kopinits holt gegen Sophie Milliet (2382) den entscheidenden Siegpunkt, Eva Moser gegen Marie Sebag (2510), Veronika Exler gegen Silvia Collas (2292) und Anna-Lena Schnegg gegen Natacha Benmesbah (2248) steuern Remisen bei. Die ukrainischen Damen könnten sich heute mit einem Sieg gegen Armenien bereits den Titel sichern. Österreichs Damen spielen gegen Griechenland um einen Platz in der vorderen Hälfte. Wenig glücklich agieren unsere Herren. Heute setzt es gegen Israel eine 0,5:3,5 Niederlage, einzig Peter Schreiner gelingt ein Remis. Die Auslosung meint es mit dem Team auch nicht sonnig, wartet als nächster Gegner mit Spanien nach einer Niederlage schon wieder ein starker Gegner. An der Spitze besiegt Armenien gestern Russland und fordert morgen Frankreich in einem Titelduell, nachdem die Franzosen mit einem 2:2 gegen Aserbeidschan knapp die Führung behalten konnten. Mit einem Sieg wäre aber plötzlich Armenien vorne. (wk, Foto: Turnierseite)
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Die fünfte Partie der WM bringt erstmals eine Ganzentscheidung. Carlsen greift diesmal zu 1. c4 und lenkt wenig später in die Marshall Variante über, weicht aber sofort wieder einem möglichen Gambitspiel aus um in keine vorbereitete Variante zu laufen. Es ergibt sich eine dynamische Stellung in der Anand mit Schwarz gegen Ende der 1. Zeitkontrolle aktives Spiel bekommt. Doch dann ist Carlsen in seinem Element, neutralisiert die gegenerische Initiative und brilliert im Endspiel. Zugegeben, die Tablebases finden im 51. Zug noch eine Remisstellung mit zwei Bauern weniger, im praktischen Spiel wählt Anand jedoch einen anderen Zug und gibt im 58. Zug auf. Man darf nun gespannt sein wie der Weltmeister diesen Rückschlag wegsteckt und ob er wie im letzten WM Kampf gegen Gelfand rasch zurückschlagen kann. (wk, Foto: Turnierseite)
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Die österreichischen Teams holen nach dem Ruhetag in der 6. Runde der EM jeweils mit knapp mit 2,5:1,5 die beiden erhofften Siege gegen Finnland und Slowenien. Bei den Herren punkten Robert Kreisl und Peter Schreiner voll. David Shengelia verpasst eine gute Stellung nach der Eröffnung und stellt am Ende auch noch eine Figur ein. So lag es an Markus Ragger mit einem Bauern weniger die Stellung zu halten und den wichtigen Sieg zu sichern. Die Siegpunkte bei den Damen holen Tina Kopinits und Veronika Exler wie bei den Herren an den beiden hinteren Brettern. Vorne hält Eva Moser nach zweischneidiger Eröffnung die Stellung im Gleichgewicht. Katharina Newrkla war heute hingegen das Glück nicht hold. Sie hatte lange die klarste Gewinnstellung, aber die Partie kippt und der Punkt war weg. An der Spitze gewinnt Frankreich knapp gegen Griechenland und hält mit 11 Punkte die Führung vor Aserbeidschan (10) sowie Russland (9) und Armenien (9). Im Damenbewerb gibt die Ukraine mit einem 2:2 gegen Georgien einen ersten Punkt ab. In der Tabelle folgen hinter der Ukraine (11) mit Armenien, Georgien, Polen und Polen III vier Teams mt je 9 Punkten. Nun folgen in Warschau die entscheidenden letzten drei Runden. Österreich trifft morgen auf Israel bzw. Frankreich (Damen). Der Schlager der Runde ist Russland gegen Armenien. Auf Tisch eins trifft Aserbeidschan auf Frankreich. Im Damenbewerb spielen drei polnische Teams (!!) an den vordersten Tischen gegen Ukraine, Georgien und Armenien. (wk, Foto: Turnierseite)
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Die erste Sendung von ChessBase TV Austria ist nun auf Youtube und bei www.schach.de archiviert. In der ersten Sendung hat Moderator Harald Schneider-Zinner den österreichischen Jugendmeister Jakob Gstach zu Gast, stellt das "Gstach-Motiv" vor und macht eine Vorschau auf die WM zwischen Anand und Carlsen. Die Sendungen von ChessBase TV Austria werden dauerhaft auf Youtube und www.schach.de archiviert. Am ChessBase Server sind die Videos im Raum Premium-Videos/Training/TV Chessbase Austria zu finden. Auf Youtube werden alle Videos im Channel ChessBase TV Austria gesammelt. (wk)
Youtube: Channel ChessBase TV Austria, 1. Sendung vom 5.11.2013
Infoseite CBTV Austria